Im Südwesten des amerikanischen Bundesstaates Utah, erstreckt sich auf dem Colorado-Plateau eine Landschaft wie keine andere: der Bryce Canyon National Park.

Der wilde Westen

Die unberührte Natur mit ihren wilden Bächen, urigen Wäldern und eigenartigen Felsformationen zeichnen die Landschaft des Bryce Canyon National Park aus. Der Park zieht sich über 145 Quadratkilometer durch tiefe Schluchten und über bis zu 2700 Meter hohe Berge.

Die sogenannten Hoodoos, durch Erosion entstandene Felspyramiden, bestimmen das Landschaftsbild des Nationalparks. Bis zu 60 Metern erstrecken diese sich in die Höhe und erschaffen eine bizarre Atmosphäre, zu der auch die rote Färbung des Gesteins beiträgt.

Der Mensch im Bryce Canyon

Archäologen datieren die erste Besiedlung des Gebietes durch den Menschen auf etwa 10.000 Jahre zurück, bevor im 19. Jahrhundert die Erkundung und Besiedlung durch Weiße stattfand. Einer dieser Männer war der schottische Einwanderer Ebenezer Bryce, nach ihm wurde der Bryce Canyon und damit auch der Nationalpark benannt.

Seit 1920 die Union Pacific Railroad den Gegend um den Bryce Canyon erschloss, kamen zahlreiche Touristen in das Gebiet. Bald nahm dieser jedoch überhand, bis 1928 der Nationalpark etabliert wurde.

Heutzutage kann man den Park mit jährlich einer Millionen Besucher schon fast als Geheimtipp bezeichnen, währen nahegelegene Nationalparks wie der Zion- und der Grand Canyon National Park jährlich vier bis sechs Millionen Besucher anziehen.

Das Tier-und Pflanzenreich

Mit über 400 Pflanzenarten, dominiert von verschiedenen Kiefern aufgrund des sandigen Bodens, 170 Vogelarten und 70 Säugetierarten ist der Nationalpark reich an Flora und Fauna. Schwarzbären und Pumas leben in den Wäldern, seltener sind auch Elche anzutreffen.

Die dort beheimatete und Grannen-Kiefer kann ein Alter von bis zu 1700 Jahren erreichen.

Wetter

Auf Grund der Lage auf über 2000 Metern Höhe erreichen die Temperaturen an 200 Tagen im Jahr den Gefrierpunkt. Im Sommer steigen die Temperaturen selten über 25 Grad Celsius, was auch in den warmen Monaten ein angenehmes Wanderklima bietet.

Im Sommer treten häufiger Gewitter und Stürme auf, was unter Umständen zur vorübergehenden Sperrung des Parks führen kann.

Aktivitäten rund um den Nationalpark

Die facettenreiche Landschaft bietet einiges zu Erleben. Ob eine Tageswanderung oder eine Mehrtägige Camping-Tour, zahlreiche Wanderwege jeglicher Länge führen durch die interessantesten Ecken des Nationalparks.

Im Winter lässt sich die Umgebung gut mit Schneeschuhen erkunden. Auch für Skifahrer stellt der Park ein abwechslungsreiches Gebiet dar.

Wer den Bryce Canyon Park auf eine ganz besondere Weise erleben möchte, dem bietet sich die Möglichkeit dies vom Rücken eines Pferdes aus zu tun. In feinster Cowboy-Manier wird man von den Führern über die Geschichte und Geologie des Parks aufgeklärt.

Perfekt für Fotografen und Astronomiebegeisterte

In dieser malerischen Landschaft wird dem Fotografen viel Geboten. Hier können einzigartige Szenerien mit surrealen Lichtstimmungen eingefangen werden. Durch die geringe Lichtverschmutzung eröffnet sich Nachts ein beeindrucken klarer Blick auf die Sterne. Etwa 7500 Sterne kann dass bloße Auge erkennen, was besonders gute Bedingungen zur Beobachtung des Nachthimmels bietet.

An besonders klaren Tagen offenbart sich eine bis zu 350 Kilometer reichende Aussicht in die Nachbarstaaten New Mexico und Arizona.

Angebote des Nationalparks

Die Besucherzentren des Bryce National Park stellen reichlich Informationen zum Park zur verfügung. Auch Kartenmaterial und Camping-Genehmigungen werden dort vergeben.

Geführte Touren mit einem Ranger werden ebenfalls angeboten, in denen die Besucher über die geologische Beschaffenheit der Region sowie Flora und Fauna aufgeklärt werden oder bei Vollmond durch den Park geführt werden.

Mit dem Auto durch den Bryce Canyon

Wer mit dem Auto oder dem Wohnmobil unterwegs ist, für den bietet sich an den Park über den knapp 30 Kilometer langen Scenic Drive auf dem Highway 63 zu erkunden. Dieser führt an den meisten Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten entlang. Für die Nacht bietet sich ein auf der Karte des Bryce Canyon beschriebener Campground an.

Ein Bryce Canyon Campground trägt den Namen Sunset-Campground. Von dort kann man herrlich den Sonnenuntergang beobachten.

Alternativ zum eigenen PKW fährt ein kostenloser Shuttle-Bus durch den Park. Dessen Zweck ist es, den Verkehr im niedrig zu halten und die Natur zu schonen. Gleichzeitig wird dem Besucher ein umfangreicher Einblick in den Park gewährt.

Bryce Canyon Camping und Hotels

Den Besuchern des Bryce National Park wird ein Umfangreiches Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten und Unterkünften dargeboten, vom Campingplatz bis zum Hotel.

Wer zu Fuß mit dem Zelt Unterwegs ist, der wird im Bryce Canyon geeignete Camping- und Biwakplätze finden. Dafür bedarf es allerdings einer Camping-Genehmigung, die in einem der Besucherzentren eingeholt werden kann. Im Bryce Canyon ist Camping für Abenteuerlustige genau das Richtige.

Auch sind in der Gegen um den Bryce Canyon Hotels reichlich vorhanden, für alle, die nicht auf eine überdachte und bequeme Unterkunft verzichten möchten. Sei es ein einfaches Motel in einer der umliegenden Städte oder ein im Park gelegenes Berghotel.

Die Bryce Canyon Lodge

Eines der Bryce Canyon Hotels ist die Bryce Canyon Lodge. Im rustikalen Western-Stil gehalten bietet sie jedem Besucher ein unvergessliches Erlebnis. Die beiden Aussichtspunkte Sunrise-und Sunset Point sind nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Von hieraus werden auch die Ausritte zu Pferd angeboten.

Gebaut in den 20er Jahren aus Holz und Steinen ist die Bryce Canyon Lodge eine Unterkunft mit Historie und ganz besonderem Charme.

Bryce Canyon Hotels bieten viele Möglichkeiten.

Eintritt und Gebühren

Der Erhalt des Parks, sowie das Personal werden hauptsächlich durch das Eintrittsgeld finanziert.
Die Gebühren für einen PKW betragen inklusive aller Personen 30 USD, Einzelpersonen zu Fuß oder mit dem Rad zahlen 15 USD. Der Pass ist sieben Tage gültig.

Es bietet sich an, den Besuch im Bryce National Park mit Abstechern in nahegelegene Parks wie den Zion National Park oder den Grand Canyon National Park zu verbinden. In den Besucherzentren kann dafür der „America the Beautiful Annual Pass“ erworben werden, welcher ein ganzes Jahr Gültigkeit besitzt und den Zutritt zu mehr als 2000 Nationalparks und Erholungsgebieten ermöglicht.

Abenteuer für Jedermann

Der Bryce Canyon National Park ist ein im Vergleich weniger besuchter Park. Er beeindruckt durch ein einmaliges Landschaftsbild und wilde Natur.

Bild von I, Jonathan Zander, CC BY-SA 3.0, Link